Umweltliste Breisach löst sich auf

Wie die Badische Zeitung am 2. Dezember berichtete, löst sich die Umweltliste Breisach (ULB) nach 36 Jahren auf. Laut Homepage der ULB sei die Gründung 1989 eine Reaktion auf Tschernobyl gewesen, was die BZ als Legende übernimmt. Als einer von vier Initiatoren in der Gründungsfindungsphase stellt sich das mir etwas anders dar. 

Tschernobyl war für viele in Deutschland sicher ein Erweckungserlebnis. Am Rhein lebend würde ich die Sandozkatastrophe im selben Jahr hinzufügen. Das Waldsterben war unweit des Schwarzwaldes auch bewegend. Die Umweltliteratur schwoll an, Bücher von Hoimar von Ditfurth, Herbert Gruhl u.a. wurden verschlungen. Es gab viele Gründe, sich für die Umwelt politisch zu engagieren. Für meinen Teil tat ich das damals in der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), die mir ökologisch konsequenter und konservativer war als Die Grünen. Für beide Parteien war dazumal ein alleiniger Antritt bei den Kommunalwahlen in Breisach aus Personalmangel kaum vielvesprechend. Auf kommunaler Ebene waren die Unterschiede aber gering. Da lag bei den wenigen Aktivposten seitens der ÖDP und Die Grünen der Gedanke nah, mit der ULB eine gemeinsame Liste aufzustellen, die überparteilich sein sollte. Das funktionierte und brachte frischen Wind in den Gemeinderat. Irgendwann verschwand die ÖDP von der Bildfläche und Die Grünen wurden stärker. Nun wurde die ULB bei der letzten Gemeinderatswahl schwächer und es werden am Ende wohl Die Grünen übrigbleiben, auch wenn ULB als Verein und als Gemeinderatswahlliste formal nicht identisch sein müssen. Aber auch Die Grünen dürften ihren Zenit erreicht haben. Aus der Kugel Eis, die einen Haushalt die Energiewende pro Monat kosten werde, wie Grünen-Politiker Jürgen Trittin einst vor laufenden Kameras versprach, sind längst horrende Energiekosten geworden. So etwas merken sich Wähler und strafen das mit Vertrauensverlust. Wer frischen Wind in der Politik will, setzt häufiger auf eine andere, konservativere Alternative für Deutschland – und für Breisach.   

(Volker Kempf, Vors. der AfD-Stadtratsfraktion)          

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